Die Kinder im Familienzentrum Farbenland bei der Teilnahme an einem Kinderparlament.

Leuchtturmzentrum der Demokratie

Essener Familienzentrum macht Demokratie erlebbar

Das Kinder- und Familienzentrum Farbenland (Deutscher Kinderschutzbund Essen, Mitgliedsorganisation im Paritätischen NRW) soll ein Leuchtturmzentrum der Demokratie werden. Die Karl Kübel Stiftung hat die Einrichtung für die Teilnahme am Projekt „Demokratie (er)leben – Familienzentren als Orte gelebter Demokratie“ ausgewählt. Mit diesem sollen Familienzentren als Orte gelebter Demokratie gestärkt und Familien dabei unterstützt werden, sich an der Gestaltung ihres Sozialraums aktiv zu beteiligen.

Vertrauen in Demokratie stärken

In Zeiten, in denen Extremismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus zunehmen, ist Demokratieförderung wichtiger denn je. Aus diesem Grund möchte die Karl Kübel Stiftung mit dem Projekt „Demokratie (er)leben – Familienzentren als Orte gelebter Demokratie“ das Vertrauen in die Demokratie stärken. Bundesweit begleitet sie aktuell 14 Familienzentren auf ihren Wegen zu Leuchtturmzentren gelebter Demokratie. Dazu stellt die Stiftung den Einrichtungen verschiedene Instrumente für die Organisationsentwicklung zur Verfügung: gezielte Prozessbegleitung, bedarfsgerechte Schulungen, Austausch und Impulspapiere zu gelungener Praxis. Prozessbegleiter*innen unterstützen die Entwicklungsschritte in den Familienzentren. Das Projekt wird im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend finanziell gefördert und in Kooperation mit dem Bundesverband der Familienzentren durchgeführt.

Demokratie spielt zentrale Rolle im Kita-Alltag

In den Kindertageseinrichtungen des Deutschen Kinderschutzbunds Essen erhalten schon die Kleinsten ein Demokratieverständnis. Denn die UN-Kinderrechte sind für den Kinderschutzbund handlungsleitend und prägen die Arbeit in den Einrichtungen. Demokratische Entscheidungsprozesse spielen eine zentrale Rolle im Alltag mit den Kindern und Eltern. Die Kinder lernen für sich selbst und für andere den Alltag durch Entscheidungen selbstbestimmt zu gestalten und Verantwortung für sich und andere zu übernehmen.

Mitbestimmen, diskutieren, Kompromisse aushandeln

Im Kinder- und Familienzentrum Farbenland gibt es beispielsweise ein Parlament, das jedes Jahr neu von den Kindern gewählt wird – inklusive Wahlplakaten, Stimmzetteln, Wahlkabinen, eine Wahlurne und jungen Wahlhelfer*innen. Das gewählte Parlament setzt sich für die Belange der Kinder im Alltag ein. Es entscheidet zum Beispiel über den Essensplan, organisiert Ausflüge oder diskutiert über die Anschaffung neuer Spielmaterialien. Auch in den Morgenkreisen, an denen alle Kinder der Einrichtung teilnehmen, wird demokratisch darüber entschieden, welche Spiele gespielt und welche Lieder gesungen werden. So praktizieren Kinder altersgerecht Mitbestimmung und Teilhabe, lernen zu diskutieren, andere Meinungen zu respektieren und Kompromisse auszuhandeln.

 

 

Bild: © Kinder- und Familienzentrum Farbenland/DKSB Essen